B1 – Lektion 9 – Studium in Deutschland

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Timo und Karin unterhalten sich beim Abendessen über den Sohn von Karins Freundin. Dieser heißt Jonas und möchte zum Wintersemester dieses Jahres ein Studium an der Universität in München beginnen.



Karin:
Timo, weißt du eigentlich, dass Jonas sich zum Wintersemester an der Universität München einschreiben möchte?




Timo:
Jonas? Das ist der Sohn von Tanja, oder?
Was will er denn studieren?

Karin:
Naja, diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten.
Eigentlich wollte er Medizintechnik studieren, aber dafür braucht er in seinem Abitur mindestens die Note 1,3.

Tanja hat aber gesagt, dass er das wohl nicht schaffen wird.
Deshalb hat er sich nicht nur für Medizintechnik, sondern auch noch für Elektrotechnik eingeschrieben.

Bei dem Studienfach liegt der Numerus clausus bei 2,0 und Tanja meint, das wäre für Jonas kein Problem.




Timo:
Zumindest hat er mit Elektrotechnik eine Alternative.
Ich wusste gar nicht, dass man sich bei uns in Deutschland für zwei Studiengänge einschreiben kann.

Karin:
Ja, das geht, denn es sind erst einmal nur Voranmeldungen.
Jonas hat ja noch nicht einmal sein Abiturzeugnis. Irgendwann muss er sich natürlich für ein Studium entscheiden. Je nachdem, wie sein Abiturzeugnis ausfällt, wird das Medizin- oder Elektrotechnik sein.

Timo:
Ich habe in der Zeitung gelesen, dass München für Studenten die teuerste Stadt in ganz Deutschland ist.
Wenn man in der Nähe der Stadtmitte oder der Universität wohnen will, sind Wohnungen praktisch unbezahlbar.



Karin:
Ja, das hat Tanja auch gesagt.
Ich denke, dass das größte Problem sein wird, überhaupt  eine Wohnung zu finden. Vermutlich wird es auf eine WG hinauslaufen, in der Jonas nur ein Zimmer mietet. Und ich denke, er wird jeden Tag weit fahren müssen.

Timo:
Wenigstens gibt es in München sehr gute öffentliche Verkehrsmittel.
Weißt du noch, als wir letztes Jahr zusammen das Fußballspiel in der Allianz Arena angeschaut haben? Mit der U-Bahn und der S-Bahn sind wir ziemlich schnell überall hingekommen. Vor allem das S-Bahn-Netz ist super. Da kann man 30 km außerhalb der Stadt wohnen und hat immer noch eine gute Verbindung.



Karin:
Ja, und genau deshalb sind Wohnungen 30 km außerhalb der Stadt ja fast genauso teuer wie in der Stadt selbst.


Aber Jonas wird schon etwas finden.
Die jungen Leute sind in solchen Dingen sehr entspannt.

Timo:
Wie geht es denn nun nach dem Abitur weiter, bevor er sein Studium beginnt?


Karin:
Jonas will erst einmal vier Wochen durch Australien reisen, anschließend ein bisschen arbeiten und für sein Englischexamen lernen.


Die Universität in München verlangt nämlich als Zugangsvoraussetzung auch noch sehr gute Englischkenntnisse.


Und die Note im Abiturzeugnis reicht nicht aus, daher muss Jonas eine international anerkannte Prüfung machen.


Sobald er dieses Prüfungszeugnis hat, kann er sich für einen Studiengang einschreiben.
Ja, und dann muss er nur noch warten, ob er zugelassen wird.

Timo:
Und wer bezahlt dann dieses Luxusleben in München?


Karin:
Das ist noch nicht ganz sicher.
Natürlich müssen Tanja und Christian ihn finanziell unterstützen, aber in Deutschland gibt es noch andere Möglichkeiten.

Die Studenten können BAföG beantragen oder sie gehen zu ihrer Bank und nehmen einen sogenannten Studienkredit auf.


Beide Zahlungen müssen zwar später wieder zurückgezahlt werden, aber die Bedingungen sind wirklich gut
und helfen den Eltern sehr, und außerdem kann Jonas ja nebenbei ein bisschen arbeiten.

Timo:
Und du kennst doch überall Leute!
Wohnt deine Freundin Klara nicht in München? Warum rufst du sie nicht mal an und fragst, ob sie eine Idee wegen der Wohnungssuche hat? Manchmal sind solche Freunde Gold wert!

Karin:
Das ist eine gute Idee, daran habe ich überhaupt nicht gedacht.
Ich rufe sie gleich heute Abend an. Und morgen treffe ich Tanja sowieso, dann kann ich ihr gleich erzählen, was Klara gesagt hat!